Einsatz für Schüler in Afrika

Einsatz für Schüler in Afrika

Beatrice von Keyserlingk setzt sich für Schüler in Afrika ein: „Die Kinder Malawis brauchen unsere Hilfe“

Zutraulich schmiegt sich die kleine Florence (7) an ihre Patentante aus dem fernen Deutschland, erzählt aufgeregt von ihren Fortschritten in der Schule. „Im vergangenen Jahr hatte sie noch große Probleme und jetzt ist sie die Viert- beste ihrer Klasse“, übersetzt Beatrice von Keyserlingk (40) sichtlich stolz.

Zu verdanken hat Florence das auch der Unterstützung der Münchnerin, die ihr regelmäßig Schulbücher schickt und ihre Eltern liebevoll ermahnt, ihre Tochter mehr zu unterstützen. Doch Beatrice von Keyserlingk hat ihr Herz nicht allein an ihr Patenkind verloren. Die Verlobte des im Irak-Krieg getöteten „Focus“-Redakteurs Christian Liebig setzt sich seit Jahren für den Schwarzen Kontinent ein. Als Stiftungsvorsitzende der Christian-Liebig-Stiftung e.V. besuchte sie gerade wieder fünf Wochen das zentralafrikanische Malawi, wo die Stiftung u.a. in Mpanda eine Sekundarschule für 14- bis 18-jährige Schüler gebaut hat.

Die brünette Goldschmiedin wohnte bei der Familie der Vizedirektorin, wo sie sich gleich als Köchin nützlich machte. Geduldig hörte sie sich die Probleme der Lehrer und Schüler an, half, die Bibliothek zu ordnen, kontrollierte die Kassenbücher und brachte die Schulspeisung auf Vordermann. Ihr größtes Anliegen ist aber die Einrichtung eines Schlafsaals für die Schülerinnen. „Das ist dringend nötig, da viele von weit herkommen und dann einfach in der Nähe der Schule schlafen. Das öffnet Tor und Tür für fürchterliche Dinge – es kam sogar schon zu Vergewaltigungen …“

Zudem müsse dringend in fortführende Ausbildung investiert werden. „Dank unserer Spenden aus Deutschland konnten wir zwar diese tolle Schule bauen, aber viele Jugendliche finden danach keine Arbeit und sitzen dann einfach nur zu Hause rum.“ Doch Beatrice von Keyserlingk lässt sich von solchen Problemen nicht entmutigen. „In Afrika läuft die Zeit langsamer, man braucht eben einen langen Atem“, betont sie und erzählt von dem bewegendsten Erlebnis während ihres Aufenthalts in dem von Hunger und Aids gequälten Land. „Bei einem Abendessen bei Florence’ Familie verrieten sie mir, dass sie sich jetzt alle auf HIV haben testen lassen. Es ist alles in Ordnung – mir kamen vor Glück die Tränen …“

LISA Blitz-Info
Geschundenes Land
■ Mit einem jährlichen Pro-Kopf-Einkommen von 600 Dollar ist Malawi eines der ärmsten Länder der Welt. Die größten Probleme sind zu wenig Ausbildungsmöglichkeiten und die mangelhafte ärztliche Versorgung. Zudem sind etwa 14 % der Bevölkerung mit HIV infiziert.
■ Zum Gedenken an den 2003 im Irak- Krieg getöteten Journalisten Christian Liebig wurde die gleichnamige Stiftung gegründet, die vor allem Hilfsprojekte in Malawi und Mosambik initiiert oder fördert. Spenden: Christian-Liebig-Stiftung e.V., Konto: 700 3 700, BLZ 700 700 24, Deutsche Bank München

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